Humanistische Therapie nach Carl Rogers
Carl Rogers war einer der bedeutendsten Vertreter der humanistischen Psychologie, einer Richtung, die in den 1950er-Jahren entstand. Damals war es noch so, dass Menschen als Objekte betrachtet wurden, die korrigiert werden müssten.
Carl Rogers war einer der bedeutendsten Vertreter der humanistischen Psychologie, einer Richtung, die in den 1950er-Jahren entstand. Rogers sah den Menschen nicht als Objekt, das analysiert oder korrigiert werden muss, sondern als Person, die in sich die Fähigkeit zur Transformation zu sich selber trägt. Er glaubte fest daran, dass jeder Mensch nach Wachstum, Selbstverwirklichung und innerem Gleichgewicht strebt, wenn er nur die richtige Umgebung dafür erfährt.
Menschen verändern sich nicht durch Druck, sondern durch Verständnis, Echtheit und Akzeptanz.
Die humanistische Psychologie geht davon aus, dass jeder Wunsch einen Wunsch hegt, sich selber kennenlernen zu wollen und zu verstehen. In uns ist bereits alles vorhanden, was wir brauchen, um uns selbst zu entfalten. Manchmal ist dieses Potenzial nur verdeckt, durch Erfahrungen, epigenetische Verletzungen, Erwartungen anderer oder alte Überzeugungen. Die Aufgabe einer Therapeutin besteht nicht darin, diese Person zu formen, sondern ihr zu helfen, wieder Zugang zu dem zu finden, was längst da ist.
Ich habe mich ganz bewusst für diese Haltung entschieden, weil sie mir aus tiefstem Herzen menschlich erscheint. Sie ist frei von Hierarchie und frei von Bewertung. Sie geht davon aus, dass wir als Menschen gleichwertig sind, unabhängig von Rollen, Diagnosen oder gesellschaftlichen Etiketten. Ich sehe mich daher nicht als Expertin über jemanden, sondern als Begleiterin neben einem Menschen, der bereit ist, sich selbst neu zu begegnen.
Carl Rogers hatte drei Kernbedingungen, die Veränderung ermöglichen: Echtheit, Empathie und positive Wertschätzung. Diese drei Werte sind für mich die Grundlage der Therapie. Denn nur, wenn ein Mensch spürt, dass er nicht bewertet, sondern gesehen wird, kann sich Vertrauen aufbauen. Und erst in einem Raum von Authentizität kann eine Transformation zum wahren Selbst geschehen.
Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch Antworten in sich trägt. Meine Aufgabe sehe ich darin, diese Antworten nach außen zu begleiten.


