Angehörigenberatung in der Ergotherapie

Was tun, wenn es meinem Lieblingsmenschen nicht gut geht?

Erkrankungen betreffen nicht nur die erkrankte Person selbst, sondern häufig auch das gesamte soziale Umfeld. Dies gilt sowohl für psychische als auch für altersbedingte Erkrankungen, die den Alltag und das Zusammenleben nachhaltig verändern können. Angehörige stehen oft vor vielen Fragen: Wie gehe ich mit meinem Partner, meiner Partnerin, einem guten Freund oder einem Familienmitglied um, wenn die Erkrankung den Alltag verändert? Wie kann ich unterstützen, ohne mich selbst dabei zu verlieren?

Eine wichtige Aufgabe der Ergotherapie ist deshalb die Beratung und Begleitung von Angehörigen. Der Fokus liegt dabei besonders auf den alltäglichen Herausforderungen, die im Zusammenleben mit psychischen, neurologischen oder altersbedingten Erkrankungen entstehen können. Dazu gehören beispielsweise Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie, Traumafolgestörungen oder Suchterkrankungen, aber auch Demenzerkrankungen, Parkinson, Schlaganfälle.

Die Angehörigenberatung kann sowohl alleine als auch gemeinsam mit der betroffenen Person stattfinden. Je nach Anliegen kann der Fokus darauf liegen, eigene Grenzen zu erkennen und zu wahren oder gemeinsam an alltäglichen Herausforderungen und zwischenmenschlichen Dynamiken zu arbeiten.

Dabei gibt es häufig ähnlich Fragen, die die Angehörigen beschäftigen:

  • Wie kann ich einen Menschen mit Depressionen, Ängsten, Schizophrenie, Demenz oder anderen Erkrankungen im Alltag unterstützen?
  • Wie können wir gemeinsam eine Tagesstruktur entwickeln, die Sicherheit, Orientierung und Selbstständigkeit fördert?
  • Welche Routinen oder Rituale können den Alltag erleichtern?
  • Wie finde ich die Balance zwischen Unterstützung und dem Abgeben von Verantwortung?
  • Wie kann ich mit Rückzug, Stimmungsschwankungen, Vergesslichkeit oder veränderten Verhaltensweisen umgehen?
  • Wie kann ich meinen Lieblingsmenschen unterstützen, ohne ihm die notwendige Selbstständigkeit abzunehmen?
  • Wie können wir unsere Beziehung besser verstehen und gestalten?

In der Angehörigenberatung geht es nicht darum, die Erkrankung des anderen „zu lösen“ oder die Verantwortung für dessen Heilung zu übernehmen. Vielmehr geht es darum, Verständnis zu entwickeln, neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken und den gemeinsamen Alltag so zu gestalten, dass sowohl die betroffene Person als auch die Angehörigen Entlastung und Unterstützung erfahren.

Ergotherapie betrachtet den Menschen immer in seinem persönlichen Lebensumfeld. Beziehungen, Gewohnheiten, Rollen und alltägliche Anforderungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Gemeinsam schauen wir, welche Veränderungen hilfreich sein können, welche Ressourcen bereits vorhanden sind und wie ein Umgang miteinander entstehen kann, der den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht wird.

Angehörigenberatung gehört mit zum ergotherapeutischen Angebot und wird von den privaten Krankenkassen übernommen, frag bitte trotzdem vor ab nach, wie viel Deine Kasse, laut Deinem Vertrag, zuzahlt. Natürlich kannst Du als Selbstzahler an der Beratung teilnehmen. Für gesetzlich Versicherte gibt es noch die Möglichkeit eines Kostenerstattungsverfahrens. Informationen findest Du dazu unter dem Reiter Preise & Verordnungen.


Wenn Du Fragen hast oder Dich meine Arbeit anspricht, melde Dich gerne über das Kontaktformular.